Archiv der Kategorie: Gedanken, Geschriebenes und in eigener Sache

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Der Seehirsch

Der Seehirsch

 „Verdammt, das war das Verrückteste, was mir in meinem ganzen Leben passiert ist. Er stand einfach da und schaute mich mit seinen kleinen schweinemäßigen Augen an. Eins davon war rot und dick. Dieses riesen Vieh. Okay? Es war mordsmäßig groß, so wie ein Mammut oder so, und es stand da auf seinen großen Füßen und schaute. Einfach so.Verdammt.“  Hans Altermann, Fischer aus Hämelhausen

„Verdammt, das war das Verrückteste, was mir in meinem ganzen Leben passiert ist. Er stand einfach da und schaute mich mit seinen kleinen schweinemäßigen Augen an. Eins davon war rot und dick. Dieses riesen Vieh. Okay? Es war mordsmäßig groß, so wie ein Mammut oder so, und es stand da auf seinen großen Füßen und schaute. Einfach so.Verdammt.“
Hans Altermann, Fischer aus Hämelhausen

Tatsächlich kann es ein äußert einprägsamer Moment sein, den seltenen Seehirsch zu Gesicht zu bekommen, denn schaut man ihn zu lange an, droht das sofortige Erblinden. Es existieren nur noch etwa 5000 Exemplare dieser Gattung in den Gewässern südlich der Elbe.

Wissenschaftsfamilie Peseler aus Georgs­marienhütte – Das Kollektiv erforschte in den späten 90ern intensiv

Wissenschaftsfamilie Peseler aus Georgs­marienhütte – Das Kollektiv erforschte in den späten 90ern intensiv den Seehirsch

Mit seinem mächtigen Kopf und seinen überdimensionalen Hufen ist er ein imposanter Anblick. Der Rumpf ist dreimal kleiner als der Kopf. Um diese Massen an Haupt und Füßen tragen zu können, ist eine Mutation seines genetischen Muskelaufbaus vonnöten. Diese veränderten Muskelfasern können ein Hundertfaches dessen tragen, was etwa einer faustgroßen Menge (wir sprechen hier von der Faust eines mittelgroßen mittelschweren mittelalten Mannes aus Mitteleuropa) an Gewicht ausmacht. Diese Erkenntnis ist noch nicht alt. Zunächst dachte man, seine Muskeln bestünden aus einer Art spezieller Titanfaser.

Zeitgenössisches Seehirsch-Gemälde der berühmten Künstlerin Berta Wachtel - Wieder­entdeckt im Jahre 1190 aus der Phase „Organic Gold“

Zeitgenössisches Seehirsch-Gemälde der berühmten Künstlerin Berta Wachtel – Wieder­entdeckt im Jahre 1190 aus der Phase „Organic Gold“

Viele Jahre lang rankten sich Geschichten um den Seehirsch und dessen zweifelhafte Existenz. Heute weiß man, dass es ihn tatsächlich gibt. Das ganze Jahr über tauchen Geschichten von Anglern und Bauern in der Marsch auf, die berichten, in der Dämmerung seinen mächtigen Brunftschrei gehört zu haben; ein durchdringendes Röhren, welches sich anhört wie der laute Schrei Ich will Sex!!

Bis zu 398 Eier kann sowohl das See­hirsch- Männchen als auch das Weibchen absondern - Es konnte noch nicht geklärt werden zu welchem Zweck

Bis zu 398 Eier kann sowohl das See­hirsch-
Männchen als auch das Weibchen
absondern – Es konnte noch nicht geklärt
werden zu welchem Zweck

Doch dieses Tier ist eines der scheusten du schlauesten auf der ganzen weiten Welt. Es ist sehr schwer, ihn in seinem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Es scheint, als wittere er jede Art von Fremdeinfluss und entzieht sich dem interessierten Betrachter im Nu. Tatsächlich hat er verstärkte Nasenlöcher aus einer Art versteinertem Holz, die die Witterung besser in seine Nase hinein transportieren können. Seine Augen quellen hervor und sind rötlich eingetrübt aber sehen um ein Tausendfaches besser, als die der Menschen. Das eine Auge beobachtet die für den Seehirsch überlebenswichtigen Mondphasen, mit dem anderen betrachtet er aufmerksam seine Umgebung. Sein Geweih ist gleichzeitig das Fortpflanzungsorgan und wächst parallel zu den Barteln, die zur Nahrungsaufnahme dienen. Beides besteht aus einer gelartigen Masse. Je größer das Geweih, desto länger die Barteln und andersherum.

Das Auge des Tieres sieht um ein Tausend­faches besser als das die der Menschen oder des Lamas

Das Auge des Tieres sieht um ein
Tausend­faches besser als das die der Menschen oder des Lamas

Vereinfachte Darstellung der Seehirsch-Mondphasen - Seite 34, Angeln ist irre, Dr. Oetker

Vereinfachte Darstellung der Seehirsch-Mondphasen – Seite 34, Angeln ist irre, Dr. Oetker

Belegt ist die Tatsache, dass der hiesige Seehirsch ein Kloakentier ist. Ein eierlegendes Säugetier. Sein nächster Verwandter ist der Blobfisch.

Der Blobfisch ist ein naher Verwandter des Seehirsches

Der Blobfisch ist ein naher Verwandter des Seehirsches

Auf die Paarung und die Aufzucht der Jungen soll hier nicht näher eingegangen werden, da das eine ein äußerst hässliches und ekelhaftes Unterfangen darstellt, das andere schlichtweg stinklangweilig ist.

Die berühmte Seehirsch-Manufaktur um 1800 in Süpplingen an der Aller - Die Pelze wurden in die ganze Welt verschifft

Die berühmte Seehirsch-Manufaktur um 1800 in Süpplingen an der Aller – Die Pelze wurden in die ganze Welt verschifft

Trotz seiner Seltenheit und seiner Fähigkeiten ist es gelungen, und gelingt auch immer noch, das eine oder andere dieser Exemplare einzufangen, zu studieren und auch zu kochen. Hierzu ein einfaches aber schmackhaftes Rezept:

Zutaten für 6 Personen:

1 Seehirsch

Zubereitung:

Die Weise der Zubereitung dieses Tieres ist sehr speziell und sollte Fachmännern überlassen werden, denn vom Einfangen des Tieres, übers Ausweiden und Garen bis hin zum Entsorgen der Speisereste sind vielfältige Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, um nicht zu Tode zu kommen.

Beschaffung der Zutaten:

Der Seehirsch ernährt sich ausschließlich vom salzigen Süßwasserkrill, dessen Aussehen durch seine weit aufgerissenen Augen, ein kleines Geweih aus schmarotzenden Korallen und extrem verwinkelte Beine besticht.

Diesen speziellen Krill gilt es nun einzusammeln. Er laicht in den südwestlichen Marschgründen und wandert einmal im Monat zum Neumond nachts über Land, um sich in wildem Morastgetümmel zu paaren. Hier nimmt man einen Sack aus Bast und Sisalfasern her und wirft ihn mit einem großen Stoß in die Menge. Der Krill springt vor Schreck paarweise in die Luft und damit in den Sack. Nun greift man blitzschnell zu.

Frühe Fang-Konstruktion aus Bast und Sisalfasern um 1970

Frühe Fang-Konstruktion aus Bast und Sisalfasern um 1970

Ein Seehirschköder sollte aus etwa 1,36 Kilo Krill bestehen. Der Sack wird des Weiteren mit 85 kurzschenkligen Zwillingshaken befüllt. Diesen Köder befestigt man mit einer Selbsthackmontage an drei zusammengeschnürten Hochseeangeln mit mindestens 2 Kilo Wurfgewicht.

Seehirsch-Krill

Seehirsch-Krill

Nun gilt es, den richtigen Zeitpunkt abzuwarten. Die beste Fangzeit ist etwa um drei Uhr morgens, da der Seehirsch dann weiter oben an der Wasseroberfläche schwimmt und in der kommenden Stunde wieder langsam absinkt.

Hierzu sei gesagt, dass sich die schwereren Weibchen dieser Gattung allerdings um diese Zeit am Grund des Gewässers aufhalten, um sich zu putzen.

Will man ein Weibchen einfangen, wartet man bis etwa halb vier, denn dann sind beide Geschlechter auf gleicher Höhe.

Mit viel Schwung wirft man nun den Sack mittels der Angeln in einem Halbkreis Richtung Gewässer, wenn er aufkommt, fängt man sofort mit einem Sprint am Flussufer entlang an. Der Köder sollte immer drei Handbreit unter der Wasseroberfläch entlang gezogen werden.

Das Geweih des Seehirsches krümmt sich permanent in gewissen Abständen zusammen. Dieses ist ein Justiermechanismus, um nicht zu schnell abzusinken und die Weibchen nicht bei Ihrer Körperpflege zu stören. Geschieht nämlich dieses, wird das betreffende Männchen brutal zerfleischt.  Bleibt nun so der Köder hängen, legt man die Angeln nieder, schneidet die Angelschnur durch und watet mit einem Messer ins Wasser, um dem Tier vorzugaukeln, dass man es befreien will. Die Haken haben sich schmerzhaft ins empfindliche Geweih gebohrt und setzen damit einen Teil der Nervenbahnen außer Gefecht.

Ist man beim hilflosen Tier angekommen, schneidet man ihm ohne Umschweife das linke Ohr ab und versetzt ihm hiermit den Todesstoß.

Nun kann man ihn problemlos ans Ufer schaffen.

Ausweiden:

Mit einem scharfen Messer schneidet man die beiden Hinterläufe samt Gesäß ab, sodass der Seehirsch vom Darm her freiliegt. Dies ist die einzige Möglichkeit, die extrem giftigen Innereien am wenigsten zu verletzen. Kommt man mit der Flüssigkeit der Innereien in Kontakt, löst sich in Sekundenschnelle die Haut des betreffenden Körperteils in Luft auf und wächst nie wieder nach.

„Ja, so habe ich damals meine beiden Arme verloren. Diesen Schmerz werde ich nie vergessen. Also man muss dem verdammten Vieh den Hintern abschneiden, klar? Das hätte ich damals mal wissen sollen, klar? Also mein verdammter alter Herr, Gott sei seiner verfluchte Seele gnädig, der hat mir das nie erzählt. Der alte Dreckskerl.“ Lars Klotz aus Rhumspringe

„Ja, so habe ich damals meine beiden Arme verloren. Diesen Schmerz werde ich nie vergessen. Also man muss dem verdammten Vieh den Hintern abschneiden, klar? Das hätte ich damals mal wissen sollen, klar? Also mein verdammter alter Herr, Gott sei seiner verfluchte Seele gnädig, der hat mir das nie erzählt. Der alte Dreckskerl.“ Lars Klotz aus Rhumspringe

Die Innereien zu entsorgen ist nicht nötig, da sie sich innerhalb von drei Tagen selber zerstören. Sie sind der einzige Teil des Seehirsches, der ungenießbar ist.

Zerlegen:

Hat man das Ausweiden überlebt, kann man den Seehirsch in handlichere Teile zerstückeln. Dieses sollte vom Kopf her passieren, da dieser am schnellsten verdirbt. Hierbei sollte man aufpassen, dass man ihm nicht zu lange in die Augen schaut, da diese sonst zerplatzen und das ganze Tier ungenießbar wird und man ihn dann wegschmeißen muss.

Genauso sollte man darauf achten, dass er nicht unter dem sogenannten „Weißen Pferd“ leidet. Sticht man aus Versehen in solch einen befallenen Bereich, verdirbt der Seehirsch sofort und zerfällt zu Staub. Wie diese Flecken aussehen, ist unbekannt.

Man schneidet das Geweih direkt am Kopf ab, wobei man aber aufpassen sollte, dass man es auf keinen Fall berührt! Dann wird es in dünne Scheiben geschnitten und für die spätere Verwendung zur Seite gestellt.

Alle übrigen Körperteile muss man Würfeln. Auf keinen Fall in Scheiben oder große Stücke schneiden! Die kleinen Würfel müssen direkt vom Körper geschnitzt werden, da sonst Explosionsgefahr besteht.

Garen:

Das Garen ist der gefährlichste Teil der Zubereitung. Man darf den Seehirsch nur linksseitig braten/backen/kochen, da er sonst wieder lebendig wird. Hierfür hat man vorher natürlich die Würfel sortiert und bereitet sie einzeln zu.

Doch zunächst zu den Geweihscheiben. Das Geweih bildet die Sättigungsbeilage und von Natur aus perfekt gewürzt. Haben die Scheiben sich dunkelgelb eingefärbt, kann man sie weiterverarbeiten. Nie darf jedoch eine Scheibe zu schnell nach dem Fertigstellen der anderen gebraten werden, da sie sich sonst zu gefährlichen, messerscharfen Geschossen verwandeln. Sie sind durch, wenn sie sich auf ein verschwindendes Minimum verkleinert haben. Ein Geweih ergibt etwa eine Messerspitze Sättigungsbeilage.

Die Fleischwürfel werden meist gekocht. Dies ist die am wenigsten gefährlichste Zubereitungsmethode. Hierzu gibt man heißes Wasser in eine Badewanne und einen Teelöffel des gebratenen Geweihs. Die Würfel lässt man nun wie angegeben im Abstand von 2 Sekunden in den Sud fallen. Diese Zeitspanne exakt einzuhalten ist lebenswichtig.

 „Ja, ja…ich weiß noch wie er ins Badezimmer ging. Er…er war glücklich und er hatte diese Würfel dabei. Ja und ich weiß noch, wie aufgeregt er war. Wenn ich daran denke muss ich immer lächeln... Nach einiger Zeit ging ich ins Bad, weil ich auf die Toilette musste und…und er war einfach verschwunden. Ja. Einfach so…“ Linda Fahrenholz aus Neustadt am Rübenberge

„Ja, ja…ich weiß noch wie er ins Badezimmer ging. Er…er war glücklich und er hatte diese Würfel dabei. Ja und ich weiß noch, wie aufgeregt er war. Wenn ich daran denke muss ich immer lächeln…
Nach einiger Zeit ging ich ins Bad, weil ich auf die Toilette musste und…und er war einfach verschwunden. Ja. Einfach so…“ Linda Fahrenholz aus Neustadt am Rübenberge

Ist das Fleisch gar, muss man sich beeilen, dass man es aus dem Wasser bekommt. Wenn der Bartelwachstum an den Würfeln einsetzt, ist es bereits zu spät. Der Sud ist unbedingt aufzuheben und in der Wanne zu belassen!

Man muss das Seehirschgericht weder würzen, noch braucht man weitere Zutaten. Er ist also ein sogenanntes Multifunktionstier. Das Geweih nutzt man als Sättigungsbeilage, Sud- und Saucengrundlage, Streuwürze, Vorspeise und Dessert. Das Fleisch ist nahrhaft und Allergikergeeignet, sowie Laktosefrei.

Adolf-Friedrich Erdmann von Menzel und Astrid-Friederike Ochsener in einer typischen niedersächsischen Seehirsch-Küche um 1512

Adolf-Friedrich Erdmann von Menzel und
Astrid-Friederike Ochsener in einer
typischen niedersächsischen
Seehirsch-Küche um 1512

Entsorgung:

Bevor der Seehirsch serviert wird, muss er unbedingt entsorgt werden. Man würde den Genuß höchstens schwerverletzt überleben.

Nun ist es wichtig, dass der Badewannensud die richtige Temperatur aufweist. So ist ein sicheres Entsorgen möglich.

Man zieht nun den Stöpsel und lässt das ganze unter stetigem Rühren im Ausguss verschwinden.

Und fertig ist das Seehirschgericht. Bon Appetit.


Ein schönes Gewinnspiel

Hier könnt ihr an einem kleinen feinen Gewinnspiel teilnehmen:

http://nanette7.blogspot.de/2013/09/beauty-paket-zu-gewinnen.html?spref=fb

Viel Spaß und viel Glück!


In Arbeit: Möller Projekt Harris

„…

Schmutzige Nässe fiel in Tropfen von den Dächern und landeten auf Harris´ Hut, er fasste sich an die Krempe und ließ sie hochschnipsen, sodaß das Wasser tanzte. „Wie Skatmans Huren“, dachte Harris, als der kleine Schauer vor ihm auf die Strasse fiel, „sie tanzen für ihn, wenn er nur mit den Fingern schnipst“.

Der Bär sah an sich herunter und musterte seine Aufmachung;

„So verdammt dreckig, wie diese Gasse!“ murmelte er als er seine Füße sah. In seinem Fell klebten Schmutzreste vom Asphalt und es hatte sich mit Regenwasser vollgesogen.

Harris sah auf seine Hände. Beide abgewetzt, eine hielt eine alte Remington, von der die Regentropfen abperlten. Er ballte die Fäuste und schaute nach vorne.

„An deiner Stelle würde ich mich verstecken, du alter Mistkerl, Zeit für den alten Harris, seine Instinkte herauszukramen.“

…“


In Arbeit: Chummer

„…

Die fünf Chummer sind auf der Flucht. Noch denken sie: „wir verschwinden nur für eine Weile“ doch schon finden sie sich im Apfelstrudel der dunklen Geschichte der erwachten Welt wieder und müssen Zudringlichkeiten von Frauen, Männer mit riesen Schraubenschlüsseln und Blutdämonen über sich ergehen lassen.

…“


In Arbeit: Das Leben des Jürgen Reck

„…

Dazu muss ich noch eine andere Freundschaft erwähnen. Das war der Sohn des Arztes Dr. Weber. Ein wilder Junge, der ein Jahr älter war, der auch zu den Kindergeburtstagen kam. Aber irgendwas ging immer kaputt, wenn der Hanne dabei war. Und wenn noch sein Cousin dabei war, na dann wars noch schlimmer. Die beiden schlugen sich furchtbar dann, aber er war an sich ein guter und ehrlicher Freund. Aber in seiner Wildheit hat er schon als Kind versucht, Spaß zu machen. Das war zu grob. Er stach sich aus Spaß dann mit der Stickschere ein Auge aus. Aber nachher war sein Spaß, wenn er zum Beispiel auf Kindergeburtstagen war, dieses Glasauge dann rauszunehmen und über den Kaffeetisch zu kullern. Da rannte dann mein Freund Klaus Levke schon wie der Blitz dann aus dem Haus und war dem Erbrechen nah gewesen.

Na der Hanne hat seine Wildheit fortgesetzt. Er wurde ja Soldat dann 1943 und wollte die ganze Front gleich aufrollen und sprang dann aus der Deckung und schon am ersten Tag seines Einsatzes fiel er dann.

…“


On the Road – Ein Wintermärchen

Der kugelrunde Bert macht sich nun auf den Weg. Eine dickes Jäckchen und feste Stiefel schützen ihn vor dem Eiswind, der draußen pfeift. Türe auf und schon HUI! Tritt der Wind in die gewärmte Stube. Bert stapft einen ersten und zweiten Schritt nach draußen in den frischen Schnee. Er geht nur raus, weil seine Vorräte frühzeitig ausgegangen sind und er nun zu Frau Blaubart muss, um sich neue zu kaufen; ein Bisschen von diesem, ein Bisschen von jenem. Nur noch für die kurze Zeit in der das Frostväterchen noch im Poseidonwald wohnt und alles frieren und glänzen lässt.  Poseidonwald heißt der Wald, weil einmal ein fremder Mann hierher gekommen ist und gesagt hat:

„Der Wald ist so blau wie Poseidons Welt! Ich nenne ihn somit Poseidonwald!“ und so blieb das auch.

Bert hat nun schon einige hundert Meter hinter sich gelassen, im Wald ist es etwas angenehmer, als auf seiner großen Lichtung, wo im Frühling und Sommer viele schöne Feste gefeiert werden, mit leckerem Punsch und leckerem Essen. Und vielen, vielen verwandten und bekannten Gästen aus dem ganzen Poseidonwald.

„Hallo, hallo Bert!“ ruft es da plötzlich und der Genannte schaut sich um.

„Was machst du hier? Der Frostvater ist nicht gnädig mit Leichtsinnigen, wie du weißt, mein lieber kugelrunder Bert!“ Schneefuchs, der jeden Winter hierher kommt, trabt auf Bert zu, dieser Antwortet:

„Ich bin nicht leichtsinnig, Schneefuchs. Ich bleibe immer auf der Waldstrasse. Nimm du dich lieber in Acht, der du aus dem Unterholz geschlichen kommst!“ so geht Bert weiter und beachtet Schneefuchs nicht weiter. Der sagt dann auch nichts mehr.

Als Bert ein bisschen weitergegangen ist, so etwa zehn Minuten, fliegt Schneeeule über ihn hinweg und keift:

„Guten Tag Bert! Du bist leichtsinnig, dass du in den Wald gehst. Das Wintertreiben vom Frostvater ist noch nicht zu Ende!“ Bert versucht, Schneeeule in ihrer Stimme nachzumachen:

„Ich bin nicht leichtsinnig, Schneeeule. Ich bleibe immer auf der Waldstrasse. Nimm du dich lieber in Acht, die du durch den ganzen Wald flatterst!“ Bert beachtet Schneeeule nicht weiter und die sagt dann auch nichts mehr.

Ein wenig später, aber nicht viel, sieht Bert unter einer der großen Blautannen etwas liegen. Es glänzt und sieht schön aus. Aber ach! Es liegt leider nicht auf dem Weg! Bert zögert, aber er will nicht von dem Frostvater bestraft werden und bleibt auf der Strasse. Wie das glitzert!

Er geht weiter und das war bestimmt gut so, denn als er zurückblickt, ist das Glitzern wie vom Eiswind weggepustet.

Noch ein bisschen später steht der kugelrunde kleine Mann vor dem Haus der Frau Blaubart, die mindestens 134 Jahre alt ist, wie Bert glaubt, und klopft an.

„Wer ist da?“ krächzt eine Stimme, aus der man die Altersfalten des dazugehörigen Gesichtes fast schon erhören kann.

„Bert ist hier! Der kleine kugelrunde Bert! Mit dem Kieselsteinhaus auf der Brombeerlichtung!“ ruft er.

„Komm herein, mein Bester!“

Drinnen ist es so kuschelig wuschelig warm, dass Bert so gerne länger bleiben möchte, aber das geht nicht. Gleich muss er zurück auf die Strasse, die zu seinem zu Hause führt.

„Ich brauche ein paar mehr Vorräte. Kannst du mir bitte ein Bisschen von diesem und ein Bisschen von jenem geben?“ Bert nimmt seine Wollmütze ab.

„Aber natürlich, mein Bester. Setz dich, hier ist eine Tasse Tee. Trinke sie während ich etwas einpacke für dich. Bist du auch brav auf der Strasse geblieben?“ Frau Blaubart blinzelt ihn aus gefährlich guckenden Augen an.

„Ja Frau Blaubart, ich bin nämlich nicht leichtsinnig.“ Sagt Bert schlau. Die Alte nickt und packt Brot in Berts Tasche, drei Laibe. Das schöne mit den vielen Körnern. Dann packt sie trockenes Obst ein; Brombeeren, Himbeeren und Blaubeeren. Und noch einen riesigen Sack voller Trüffelpilze. Und noch ein kleines Fässchen Schmalz und noch einen ordentlichen Schinken. Jetzt sind Berts Taschen rappelvoll und er kann wieder nach Hause gehen.

„Danke liebe Frau Blaubart. Ich werde sie im Frühling und Sommer nicht vergessen, einzuladen. Auf Wiedersehen also.“

„Auf Wiedersehen, Bert.“

Der kleine Mann geht los. Die Vorräte geben noch etwas Wärme aus der guten Stube ab und das freut ihn. Ihn freut sowieso, dass er wieder etwas zu essen hat. Somit hat er alles was er braucht und ihn glücklich macht.

Unterwegs sieht er das Glänzende nicht mehr, doch an der Stelle, wo es unter der Tanne hervorblitzte liegt Schneeeule. Sie sagt nichts. Bert bedauert das und weint leise. Doch er geht weiter und achtet nun ganz besonders darauf, dass er auf der Strasse bleibt. Doch dann muss er stehen bleiben, denn dort im Dickicht liegt Schneefuchs und sagt auch nichts. Bert weint auch dieses Mal und fragt sich, warum der Schneevater nur so gemein ist. Ihm ist, als würde er ein höhnisches Lachen hören und bekommt es mit der Angst zu tun. Er läuft los und macht sich Vorwürfe, dass er nicht nett zu Schneefuchs und Schneeeule war. Das macht ihn noch trauriger und weint weiter und ist böse auf sich und auch auf den schlimmen Frostvater, der immer noch lacht und ruft „Selber Schuld, man bricht meine Gebote nicht. Man bleibt auf dem rechten Weg wenn ich es sage! Und das müssen alle befolgen sonst wird meine Strafe furchtbar sein!“

Bert ist nicht mehr glücklich als er nach Hause kommt. Er legt das Essen in den Schrank, zieht sich den Schlafanzug an, legt sich ins Bett und denkt:

„Nächstes Mal, da gehe ich auch von der Strasse herunter.“